Willibrord-Spital Emmerich ReesProhomine - Logo
  

Schilddrüsenzentrum Unterer Niederrhein am St. Willibrord-Spital Emmerich

Die Schilddrüse ist ein wichtiges, im gesunden Zustand kleines Organ in der vorderen Halsregion, das lebenswichtige Hormone produziert. Durch diese Hormone werden vielfältige Körperfunktionen gesteuert und beeinflusst.
Bei Erkrankungen der Schilddrüse können daher zahlreiche unterschiedliche Beschwerden und Symptome auftreten. Wegen der Vielfältigkeit der Symptome werden Schilddrüsenerkrankungen von verschiedenen medizinischen Fachdisziplinen untersucht und behandelt.

Zur optimalen Abstimmung dieser Untersuchungen und Behandlungen haben im Jahr 2006 mehrere Ärzte in Köln das Schilddrüsenzentrum Köln e.V. gegründet. Dieses hat sich bis heute zum Deutschen Schilddrüsenzentrum weiterentwickelt. Nach Prüfung der erforderlichen Kriterien wurde auch das St. Willibrord-Spital in das Deutsche Schilddrüsenzentrum aufgenommen.

Wir haben uns diesem bundesweit agierenden Netzwerk zur Optimierung der Schilddrüsenbehandlung angeschlossen, um unseren Patientinnen und Patienten eine optimale qualitätsgesicherte Therapie ihrer Schilddrüsenerkrankung zu ermöglichen.

Zu den Aufgaben des Deutschen Schilddrüsenzentrums zählt neben der Behandlung insbesondere die Aufklärung der Bevölkerung. Ausführliche Informationen zu allen Themen rund um die Schilddrüse sind auf der Internetseite
www.deutsches-schilddruesenzentrum.de zusammengefasst.



Ihr Kontakt zu uns

Das Sekretariat des Schilddrüsenzentrums Unterer Niederrhein erreichen Sie montags bis freitags, 8 bis 16 Uhr, unter:
 

Telefon:  02822 73-1130 
Fax:  02822 73-1138 
E-Mail:  schilddruesenzentrum@prohomine.de
Sprechstundenzeiten
nach telefonischer Vereinbarung:  

montags 13.30 bis 15.30 Uhr,

donnerstags 8.30 bis 10.30 Uhr 

Das Team des Schilddrüsenzentrums Unterer Niederrhein

Chefarzt

Dr. Jochen Heger 

Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie

Oberärzte

   
Martin P. Hawranek  Dr. Uwe Monser  Ernst Dootjes 

Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Proktologie                           Leitender Oberarzt      

Facharzt für Chirurgie und Thoraxchirurgie  Facharzt für Viszeralchirurgie

Assistentinnen

 

Ilham Herrmann  Roswitha Timmer  Marie-Luise Klauke 
Fachärztin für Allgemeinchirurgie Fachärztin für Viszeralchirurgie   

Sekretariat

Gudrun Krebber-Nürnberg  Britta Schüppel 

 

Anatomie der Schilddrüse

Die Schilddrüse liegt in der vorderen Halsregion vor dem so genannten Schildknorpel des Kehlkopfes. Sie besteht in der Regel aus zwei Hauptlappen rechts und links, welche durch einen Steg (Isthmus) miteinander verbunden sind. Normalerweise hat die Schilddrüse ein Gesamtvolumen von bis zu 18ml bei Frauen und von bis zu 25ml bei Männern.



Jeder Schilddrüsenlappen wird im Wesentlichen von zwei Blutgefäßen versorgt. Hinter der Schilddrüse verläuft auf jeder Seite ein Nerv, der für die Funktion der Stimmbänder im Kehlkopf zuständig ist. Jeweils am Rand der Schilddrüsenlappen befinden sich zwei kleine Nebenschilddrüsen, die unter anderem für den Calziumstoffwechsel zuständig sind.

Erkrankungen der Schilddrüse

Gutartige Erkrankungen der Schilddrüse:
diffuse Schilddrüsenvergrößerungen
Zystenbildungen
einzelne Knoten
mehrere Knoten
autonome Adenome

Bösartige Erkrankungen der Schilddrüse:
Differenziertes Karzinom
- Papilläres Schilddrüsencarinom
- Follikuläres Schilddrüsencarzinom
- gemischte Form

Undifferenzierte Karzinome
- Medulläres Schilddrüsencarzinom
- Muzinöses Karzinom der Schilddrüse
- Plattenepithelcarzinom der Schilddrüse
- Anaplastisches Karzinom der Schilddrüse

Entzündliche Erkrankungen der Schilddrüse:
- akute infektiöse Schilddrüsenentzündung durch Bakterien, Pilze oder Parasiten
- unfallbedingte Schilddrüsenentzündung
- strahlenbedingte Schilddrüsenentzündung
 - Sarkoidose
- Vaskulitis (Entzündung der Gefäße)

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse:
- Struma lymphomatosa (Hashimoto)
- Thyreoiditis de Quervain
 - Morbus Basedow

Alle diese Erkrankungen der Schilddrüse können mit einer Unterfunktion oder auch mit einer Überfunktion der Schilddrüse einhergehen. Je nach Größe und Lokalisation der Knoten und Veränderungen in der Schilddrüse können auch Symptome der Verdrängung anderer Halsorgane auftreten, z.B. Schluckbeschwerden, Atembeschwerden, Druck- und Kloßgefühl.

Mögliche Symptome einer Unterfunktion der Schilddrüse:
- Müdigkeit
- Antriebslosigkeit
- Gewichtszunahme
- gesenkter Blutdruck
- langsamere Herzfrequenz
- chronische Verstopfung
- depressive Verstimmungen
- Potenzstörungen

Mögliche Symptome einer Überfunktion der Schilddrüse:
- Schlafstörungen
- Unruhe
- Reizbarkeit
- Gewichtsabnahme
- Steigerung des Blutdruckes
- schnellere Herzfrequenz
- Herzrhythmusstörungen
- Haarausfall
- Durchfälle
- Potenzstörungen
- Störungen des weiblichen Zyklus
- hervorstehende Augen

Untersuchungsmethoden bei Schilddrüsenerkrankungen:

- Anamnese (Befragung) und Untersuchung
- Laboruntersuchungen (Blut)
- Ultraschalluntersuchung
- Szintigraphie
- Röntgen
- Computertomographie (CT)
- Magnetresonanztomographie (MRT)
- Feinnadelpunktion

Vorbereitung zur Operation:

Wenn bei der ersten Untersuchung in der Sprechstunde die Notwenigkeit einer Schilddrüsenoperation festgestellt wird, so erfolgt gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten die entsprechende Terminvereinbarung für den Eingriff.
Die Vorbereitung zur Operation mit chirurgischer und narkoseärztlicher Aufklärung erfolgt im Rahmen eines abhängig vom Operationstermin festgelegten ambulanten Vorstellungstermins (ca. 3 Stunden).
Die Aufnahme auf die Station erfolgt in der Regel am Operationstag. Die Patientin / der Patient muss mit einem Aufenthalt in unserem Krankenhaus von drei bis vier Nächten nach dem Eingriff rechnen.

Operation der Schilddrüse:

Der Eingriff erfolgt im Rahmen einer Vollnarkose über einen Schnitt am Hals, wenn möglich in einer Hautfalte. Je nach Erkrankung des Organs werden nur einzelne Knoten, ein kompletter Lappen, ggf. mit einem Teil der Gegenseite, oder auch die gesamte Schilddrüse entfernt. Bei entsprechenden Voraussetzungen ist auch eine minimal-invasive Operationstechnik möglich.

Wir benutzen in unserer Abteilung bei jeder Schilddrüsenoperation das sogenannte Neuromonitoring zur Identifikation und Schonung der Stimmbandnerven, um die Verletzungsgefahr dieses Nerven zu vermindern. Das Neuromonitoring ist eine elektrophysiologische Untersuchung des Nervs, mit der die Funktion des Nervs während des operativen Eingriffs überprüft werden kann. Die Nebenschilddrüsen werden zur Schonung ebenfalls routinemäßig dargestellt.
Der Hautverschluss erfolgt mit einem selbstauflösenden Faden intracutan, also in der Haut, um ein besseres kosmetisches Ergebnis zu erhalten.

Das entfernte Schilddrüsengewebe wird grundsätzlich zur weiteren feingeweblichen Untersuchung einem Pathologen geschickt.

Die Beschwerden nach dem Eingriff entsprechen am ehesten denen einer leichten Halsentzündung. Gelegentlich können leichte Nackenmuskelverspannungen auftreten. Unter leichter Schmerztherapie sowie ggf. Lutschtabletten sind diese Beschwerden in der Regel schnell rückläufig.

Nachbehandlung nach der Operation:

Eine Entfernung der Hautfäden ist bei der Nutzung von selbstauflösenden Hautnähten nicht erforderlich. Anfangs ist die Wunde noch etwas gerötet und geschwollen, die endgültige Form und Farbe der Narbe ist etwa nach einem Jahr erreicht.

Je nachdem, wie viel Schilddrüsengewebe noch verblieben ist und welches Ergebnis die feingewebliche Untersuchung erbracht hat, muss eine entsprechende medikamentöse Zuführung von Schilddrüsenhormonen und ggf. Jodid erfolgen, weil das verbliebene Schilddrüsengewebe den Bedarf des Körpers nicht decken kann.
Die notwendige Dosis der Medikamente wird durch eine Blutuntersuchung, erstmals vier bis sechs Wochen nach der Operation, überprüft und ggf. angepasst.
Das verbliebene Schilddrüsengewebe sollte regelmäßig durch Ultraschalluntersuchungen kontrolliert werden.

Geschichte der Schilddrüsenbehandlung:

1500 v. Chr.  Ägypter empfehlen zur Kropftherapie „unterägyptisches Salz“
70  

Behandlung mit Algen, Meertang-Asche und getrocknetem Meerschwamm

650 Paul von Ägina beschreibt einen „bösartigen Kropf“
ca. 1500  

Der Schweizer Arzt Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von
Hohenheim (Paracelsus) erkennt den Zusammenhang zwischen Kropf und Kretinismus (Schwachsinnigkeit)

1543  Der Annatom Andreas Vesalius aus Wesel beschreibt zwei einzelne Schilddrüsenlappen 
1656 Thomas Warton gibt der Drüse den Namen „Glandula thyreoidea“
1791 Pierre Joseph Desault entfernt als erster Arzt einen Schilddrüsenlappen
1811 Bernhard Courtois entdeckt das Element „Jod“
1820   Jean Francois Coindet benutzt Jod erstmals zur Behandlung des Kropfes 
1850  Erste wissenschaftliche Untersuchungen zum Zusammenhang von
Kropf und Jodmangel
1883 Emil Theodor Kocher entwickelt die Operation der Schilddrüse
maßgeblich weiter. Dadurch wird die Sterberate der  Schilddrüsenoperation von bis dahin 50  auf 7% gesenkt.
Theodor Kocher verfasst Arbeiten über die Physiologie, Pathologie und
Chirurgie der Schilddrüse. Er erhält 1909 den Nobelpreis für Medizin und gilt als Vater der Schilddrüsenchirurgie
1922... Einführung des jodierten Speisesalzes in der Schweiz
...1924...   Einführung des jodierten Speisesalzes in den USA
...1976 Einführung des jodierten Speisesalzes in Deutschland 
1951 erste Schilddrüsenszintigraphie
1951  Entwicklung des ersten Thyreostatikums zur Behandlung der
Schilddrüsenüberfunktion 
1971  Therapie mit synthetisch hergestelltem T4 statt mit Extrakten aus
Schweineschilddrüse bei der Behandlung der Unterfunktion