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Schutz vor Keimen: Erweitertes Qualitätssiegel für das St. Willibrord-Spital

Gütesiegel

Im St. Willibrord-Spital hat Hygiene einen hohen Stellenwert. Ein nachhaltiger Beleg für den konsequenten und wirksamen Einsatz gegen Keime, die krank machen können, ist das Gütesiegel „Euregio-net MRSA“. Dieses Siegel wurde dem St. Willibrord-Spital bereits 2014 als erster Klinik im Kreis Kleve verliehen. Jetzt erhielt das Emmericher Krankenhaus für seinen konsequenten Einsatz gegen Keime von „Euregio-net MRSA“ das erweiterte Gütesiegel. Dabei geht es vor allem um einen bewussten und sorgsamen Gebrauch von Antibiotika. Weiterhin ist das St. Willibrord-Spital die einzige Klinik im Kreis Kleve, die sich am „Euregio-net MRSA“ zum besseren Schutz der Patienten vor Keimen beteiligt.

Landrat Wolfgang Spreen übergab das Zertifikat am 10. August 2016 im St. Willibrord-Spital. Dies geschah im Rahmen des deutsch-niederländischen Euregio-Projekts „EurSafety-Health-net“, das die Patientensicherheit im Allgemeinen und den Schutz vor MRSA im Besonderen zum Ziel hat. Spreen lobte, dass sich das St. Willibrord-Spital kontinuierlich der zunehmend wichtigen Aufgabe stelle, gegen Keime vorzugehen und sich den anspruchsvollen Anforderungen für das erweiterte Siegel gestellt habe. Das sei ein wichtiger Schritt für die Qualitätssicherung, so der Landrat. 

Mit dem Gütesiegel dokumentiert das St. Willibrord-Spital, dass es zehn Qualitätskriterien erfüllt und sich  regelmäßigen Überprüfungen stellt. Seit 2012 finden regelmäßige Treffen statt, um auf dieses Ziel vorzubereiten. Unterstützt bei den Vorbereitungen wurden die Hygiene-Verantwortlichen der Klinik vom Kreis-Gesundheitsamt Kleve. Weitere Unterstützung erhält der Arbeitskreis von Prof. Andreas Voss vom Canisius-Wilhelmina-Krankenhaus Nimwegen. Der Mikrobiologe war vor zehn Jahren Initiator des Siegels, um ganzheitliche Lösungsansätze gegen MRSA zu etablieren. 

Das ist MRSA:
Staphylococcus aureus ist ein Bakterium, das natürlicherweise auf der Schleimhaut des Nasenvorhofes und seltener auch auf der Haut von jedem dritten Menschen lebt. Normalerweise verursachen diese Bakterien keine Infektionen. Bei Verletzung der Haut oder auch durch medizinische Maßnahmen (z. B. eine Operation) kann S. aureus Wundinfektionen verursachen. Solche Infektionen können harmlos ablaufen (Abszess, Eiterbildung etc.), bei geschwächtem Immunsystem kann es aber auch zu schweren Infektionen (z. B. Blutvergiftung, Lungenentzündung) kommen. Im Fall einer Infektion helfen Antibiotika, die Bakterien zu eliminieren. Manche Staphylococcus-aureus-Stämme sind jedoch unempfindlich (resistent) gegenüber dem Antibiotikum „Methicillin“ und den meisten anderen Antibiotika geworden. In solchen Fällen spricht man von MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus). 

So reagiert das Krankenhaus:
Zu den Qualitätskriterien, die das St. Willibrord-Spital erfüllt, gehören eine Reihe von Maßnahmen. So wird bei allen Patienten, die stationär aufgenommen werden, ein Nasenabstrich entnommen, um einer möglichen Keimbesiedlung auf die Spur zu kommen. Bei einem positiven Befund wird der Patient im Einzelzimmer isoliert, das mit Schutzkleidung betreten werden muss. Besuch ist nur eingeschränkt erlaubt. Der Patient wird fünf Tage lang dreimal täglich mit einer Nasensalbe (ein Antibiotikum) behandelt, ab dem siebten Tag erfolgen drei Nasenabstriche in Folge. Sie diese negativ, wird die Isolation aufgehoben.  
In einer sogenannten Prävalenz-Erhebung erfolgt aller zwei Jahre eine Woche lang ein Nasenabstrich bei sämtlichen Patienten – sowohl bei jenen, die schon im Haus sind als auch bei den neu aufgenommenen. Den Termin für diese groß angelegte Aktion legt das Kreis-Gesundheitsamt fest. 

Wurde bei einem Patienten im Krankenhaus MRSA nachgewiesen und wird dieser Patient erneut aufgenommen, ist ebenfalls ein Nasenabstrich vorgeschrieben, um den Grad der Keimbesiedlung festzustellen. Unabhängig davon ist das Krankenhaus nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, für den Fall, dass zwei bestimmte medizinische Untersuchungen ein MRSA-positives Ergebnis ergeben, das Gesundheitsamt zu informieren und Keimstämme in einem Fremdlabor ermitteln zu lassen. So kann der „Wanderweg“ des Erregers durchs Land nachverfolgt werden.

Das Gütesiegel „Euregio-net MRSA“ ist ein Qualitätsmerkmal des St. Willibrord-Spitals für besondere Patientenfürsorge in der Hygiene. Diesem Ziel dienen darüber hinaus regelmäßige Aktionen zur Hände-Desinfektion (Spender sind überall im Haus zu finden) und ein strenges Antibiotika-Regime zum gezielten Einsatz dieser Mittel.
Innerhalb des Verbundes der pro homine haben das Marien-Hospital Wesel und alle neun Senioreneinrichtungen ebenfalls das Gütesiegel.

Mitglieder der Hygienekommission des St. Willibrord-Spitals:
• Dr. Jochen Heger, Ärztlicher Direktor
• Volker Fischer-Kahle und Ilham Herrmann, hygienebeauftragte Ärzte
• alle Chefärzte
• Holger Hagemann, stv. Geschäftsführer
• Sylvia Guth-Winterink, Pflegedienstleiterin
• Angelika Schulz, Katja van Ackeren, Gabriele Vels-Schiffer und Melanie Reyers, Hygienefachkräfte der pro homine
• externe Berater,  Krankenhaushygieniker, Infektiologe, Apotheker

Emmerich, 10. August 2016