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Minimal invasive Chirurgie (Schlüssellochchirurgie)

Inhalt:
Technik der minimal invasiven Chirurgie
Mögliche Eingriffe in minimal invasiver Technik

Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden Methoden entwickelt, den Patienten schonende Operationsverfahren anzubieten, durch die das Operationstrauma gering gehalten wird.

Es wurde versucht, die großen operativen Zugänge (Schnitte) durch mehrere kleine Zugänge zum Bauchraum zu ersetzen.
Es entwickelte sich die sogenannte minimal invasive Chirurgie.

Technik der minimal invasiven Chirurgie

Für die minimal invasive Operationstechnik im Bauchraum ist es erforderlich, dass man die Organe voneinander trennt. Normalerweise ist zwischen den Organen im Bauchraum kein Zwischenraum vorhanden.
Durch die Insufflation von Kohlendioxid hebt sich die Bauchdecke von den Bauchorganen ab. So erzeugt man eine künstliche Höhle, in der man dann operativ tätig werden kann.
Am Ende der Operation wird dieses sogenannte Kapnoperitoneum wieder abgelassen.
Der Druck, der im Bauchraum angelegt wird, beträgt zwischen 8 und 15 mmHg.

Über in die Bauchwand eingebrachte Schleusen (Trokare) wird eine Optik in die Bauchhöhle eingebracht, die über eine Videokamera das Bild auf einen Monitor überträgt, über den dann die Operationsschritte verfolgt werden können.

Anschließend können über zusätzlich eingebrachte Arbeitstrokare die laparoskopischen Instrumente an den Ort des operativen Geschehens gebracht und die Operation durchgeführt werden. Je nach Operation sind verschieden große und verschieden viele Arbeitstrokare erforderlich.

Da es trotz der Trokare zu einem ständigen Gasverlust im Bauchraum kommt, wird über den Insufflator das entwichene Gas kontrolliert ersetzt, um den Druck im Bauchraum aufrechtzuerhalten. Wenn dies nicht gewährleistet wäre, würde der Operationsraum immer kleiner werden und am Ende komplett "verschwinden".

Der Vorteil für die Patienten ergibt sich bei der minimal invasiven Operationstechnik durch deutlich geringere postoperative Schmerzen und eine verkürzte Rekonvaleszenz (Erholungszeit). Die Patienten sind dadurch wieder schneller mobilisierbar und können früher wieder am normalen Tagesablauf bzw. Arbeitsleben teilnehmen.

Trotz der noch verhältnismäßig jungen Geschichte der minimal invasiven Chirurgie seit 1989 sind derzeit durch die rasante technische Entwicklung sehr viele abdominelle Eingriffe auf sehr hohem Niveau möglich. 

Bei Operationen wegen einer onkologischen, d.h. bösartigen Erkrankung ist diese Operationsmethode derzeit jedoch noch umstritten.
Bei diesen Erkrankungen kommt es darauf an, den Tumor möglichst radikal zu entfernen, um dem Patienten möglichst einen Überlebensvorteil zu gewähren. Kosmetische Aspekte sollten bei diesen Erkrankungen nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Der große Unterschied zwischen der konventionellen Operation mit Schnitt und der laparoskopischen Technik besteht darin, dass der Operateur die Organe nicht mehr betasten kann, also das direkte Tastgefühl für die Gewebestrukturen nicht mehr gegeben ist. Es bleibt nur das indirekte Tastgefühl über die eingebrachten Instrumente. Diese Umstellung ist für die Chirurgen schwierig und mühselig und braucht viel Erfahrung.

Mögliche Eingriffe in minimal invasiver Technik

In unserer Abteilung führen wir bereits ca. 50 % der Operationen in minimal invasiver Operationstechnik (Schlüssellochchirurgie) durch.

Hierzu zählen u.a.:

  • Beseitigung der Refluxkrankheit der Speiseröhre (s.g. Antirefluxoperation)
  • Beseitigung von Hohlorganperforationen, z.B. Magendurchbruch
  • Gallenblasenentfernungen
  • Milzentfernungen
  • Dünndarmteilentfernungen
  • Dickdarmteilentfernungen
  • Appendektomie („Blinddarmentfernung“)
  • Durchtrennung von Verwachsungen
  • Behebung eines Aftervorfalles (Analprolaps)
  • Anlage eines künstlichen Darmausgangs
  • Leistenbrüche
  • Bauchwandbrüche
  • Narbenbrüche
  • Mediastinoskopie
  • Brustraumspiegelungen
  • Teilentfernungen der Lunge
  • Beseitigung des Lungenkollapses